Steadfast Defender 2024

Sollen unter dem Deckmantel des Manövers NATO-Truppen in die Ukraine entsandt werden?

Seit Januar veranstaltet die NATO das größte Manöver seit Jahrzehnten und verlegt im Zuge des Manövers 90.000 Soldaten in Richtung Russland. Ist das die Vorbereitung darauf, Soldaten in die Ukraine zu schicken?

Seit Ende Januar läuft das Manöver „Steadfast Defender 2024“, das aus vier Teil-Manövern besteht, an denen insgesamt 90.000 Soldaten aus über 30 NATO-Staaten teilnehmen. Bei den Manövern trainiert die NATO offen einen Krieg gegen Russland, wobei der Kern des Manövers darin besteht, schnell große Truppenteile aus den USA und Europa an die russische Grenze zu verlegen. Über die Details des Manövers habe ich im Januar berichtet.

Seit Ende Februar wird in Europa öffentlich diskutiert, Bodentruppen aus europäischen Staaten in die Ukraine zu verlegen, wobei die Diskussionen hinter den Kulissen schon früher begonnen haben, wie beispielsweise der slowakische und der griechische Ministerpräsident Ende Februar erklärt haben.

Aktuell werden öffentlich Szenarien besprochen, nach denen Truppen aus NATO-Staaten die ukrainisch-weißrussische Grenze auf ukrainischer Seite sichern, Kiew beschützen und Stellungen am Dnjepr beziehen sollen. Das wurde in Frankreich gemeldet und aktuell auch von britischen Experten ins Spiel gebracht, die die Schaffung einer „Pufferzone“ entlang der ukrainisch-weißrussischen Grenze bis Kiew vorgeschlagen haben.

In diesem Zusammenhang ist das Manöver Steadfast Defender interessant, denn drei der vier Teil-Manöver, bei denen NATO-Truppen ins Baltikum, nach Polen und nach Rumänien verlegt werden, finden in der zweiten Maihälfte statt. Dabei handelt es sich um die Teil-Manöver Grand Center (21. April bis 26. Mai), bei dem Truppen nach Polen und ins Baltikum verlegt werden, um Grand South (7. bis 24. Mai), bei dem Truppen nach Ungarn und Rumänien verlegt werden, und um Grand Quadriga (15. bis 30. Mai), bei dem Truppen ins Baltikum verlegt werden. Damit wären in der zweiten Maihälfte große Truppenverbände der NATO entlang den Grenzen der Ukraine, Weißrusslands und Russlands massiert, die theoretisch schnell in die Ukraine einrücken könnten und gleichzeitig als Warnung an den Grenzen Russlands und Weißrusslands stehen würden.

Wenn man dazu noch ein paar weitere Meldungen nimmt, wird das Bild noch runder. Im Zuge eines weiteren Teilmanövers von Steadfast Defender, Grand North (5. bis 14. März), wurden Truppen in den Norden Europas nach Norwegen und wohl auch Finnland und Schweden gebracht. Das ist deshalb bemerkenswert, weil dabei wahrscheinlich auch die finnische Eisenbahn getestet wurde, die im Juli 2023 mitgeteilt hat, ihre Strecken im Eiltempo so zu modernisieren, dass sie NATO-Truppen schnell durch Finnland an die russische Grenze bringen kann. Die Arbeiten sollen schon 2024 abgeschlossen sein.

Parallel dazu hat die NATO ebenfalls im Juli 2023 verkündet, zum ersten Mal seit dem Kalten Krieg einen neuen Kriegsplan gegen Russland ausgearbeitet zu haben.

Damit drängt sich der Verdacht auf, dass das Manöver Steadfast Defender 2024 ein Vorwand sein könnte, um Ende Mai große Truppenkontingente der NATO in die Ukraine einzuführen und weitere Truppen für den Fall einer russischen Reaktion an den Grenzen zu Russland und Weißrussland bereitzustellen. Wir sollten die weiteren öffentlichen Diskussionen über das Thema sehr genau verfolgen…


Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

13 Antworten

  1. Ich hoffe, dass Russland dann keine Gnade mit den Westeuropäern kennen wird!
    Möge Russland dann die ganze westliche Faschistenbrut und ihre kleinen Propaganda-Trolle ausradieren!
    Schluss mit den „Samthandschuhen“ gegenüber den Europäern!

    Der Westen will keinen Frieden!
    Dann soll er im Feuer des Krieges untergehen!

  2. Das ist doch klar, dass sich da einige Manöverteilnehmer ganz zufällig in den wohlverdienten „Urlaub“ nach Osten verabschieden werden. Und im Austauschen von Kennzeichen an den „Reisebussen“ und Umlackieren an der Grenze – darin haben die mafiösen Strukturen dort jahrzehntelange Erfahrung, egal ob S-Klasse oder eher was mit Ketten drunter.

  3. ….. ja ich würde auch sagen, so langsam wird es wirklich Zeit und notwendig…. dass Putin seine Samthandschuhe auszieht und seine Raketen in Stellung bringt… die Nachschubwege Infrastruktur (Stromnetz Bahnknotenpunke Autobahn und Strassenknotenpunkte Flughäfen und Landebahnen usw.) zerstört und den „Polittourismus“ in Kiew Odessa und ganz Ukraine 404 ein für alle mal einstellt. Also eine letzte Warnung an westliche Politiker, dass sie ab sofort im russischen Fadenkreuz stehen… klare Ansagen, welche dann 1 : 1 umgesetzt werden… nur so lässt sich der „werte Westen“ noch stoppen… ich finde Putin ist viel zu nachsichtig mit der Ukraine 404 und gegenüber dem „Westen“ … 🦊🐾

  4. Das sind hochbrisante Meldungen von Thomas Röper.

    Analog dazu die Meldungen von @RealPepeEscobar auf Twitter, wonach NATO Soldaten aus Frankreich, Deutschland und Polen sich schon südlich von Kiew aufhalten.

    Pepe Escobar ist nicht unbedingt „irgend jemand“.

    Shit, das ist alles brandheiß …

  5. Seit einigen Monaten spiele ich ernsthaft mit den Gedanken nach Russland auszuwandern, nur bin ich Frührentner und habe echt null Plan wie ich das anstellen könnte.
    Dieser vorherrschende Russenhass hier im Westen hat ein Punkt erreicht, der einfach unerträglich ist. Meine Symphatien für Russland steigt mit jeder Lüge der Politiker und Medien mehr und als aufrichtiger Mensch fühlt man sich nur noch Ohnmächtig. Und wer hier glaubt, mit einer AfD an der Macht wird sich irgendwas ändern, der wird noch ganz blöd aus der Wäsche gucken wenn er feststellt, das die AfD auch nur eine Systempartei ist!
    Denn da wo es drauf ankommt, glänzt die AfD mit Nichtstun. Schauen zu wie bei relevanten Themen das linksgrüne Regime immer wieder gegen das GG verstößt, unternehmen aber nichts, es wird nur dann gekllagt, wenn die AfD sich einen Vorteil draus erhofft, bei den GG Verstößen des Regimes werden jedoch nur große Reden geschwungen…

    Nee, das ist nicht mehr meine Heimat hier!

  6. Die russischen Ankündigungen sind eindeutig. Truppen aus NATO-Ländern in der Ukraine werden als Interventionisten betrachtet und umgehend vernichtet. Sollte das zu unbedachten Reaktionen führen, werden die betreffenden EU-Länder selber zum Ziel.

    Paris, Brüssel und Berlin sind nur zwei Minuten entfernt.

    Darauf, daß es nuklear werden könnte, sind die Russen eingestellt. Wenn Truppen aus EU-NATO-Ländern in die Ukraine einsickern, um dann offen aufzutreten, ist ein offener Krieg mit Rußland auf EU-Gebiet praktisch unvermeidbar, und die Gefahr einer nuklearen Eskalation sehr groß.

    Es ist also weniger riskant, so etwas durch Warnungen und nötigenfalls umgehende Vernichtung aller in der Ukraine auftauchenden Interventionisten im Ansatz zu unterbinden.

    FINAL COUNTDOWN ‘It would take just two minutes to nuke PARIS’ threatens Putin ally as Russia warns France not to send troops to Ukraine

    Watch the moment Pyotr Tolstoy affirmed that Russia was „calculating“ the possibility of a nuclear strike on Paris in a recent interview

    Tom Malley, Foreign News Reporter, 21 Mar 2024
    https://www.thesun.co.uk/news/26836822/putin-ally-threatens-nuke-paris/

    1. Doch die Europäer werden es nicht einmal begriffen haben,
      wenn Berlin, Brüssel, London und Paris verdampft sind!

      Den Einsatz der Nuklearwaffen kann nur das russische Parlament, die Duma, legitimieren.
      Wenn das Parlament dies tut, gibt es kein Zurück mehr!
      Dann werden Europa(der Westen), die USA und deren Verbündete verglühen!
      Ein massiver Schlag …

      1. Wenn ich Putin richtig zugehört habe, ist die Situation mit NATO Soldaten nicht so eindeutig. Solange es polnische Soldaten sind, die in die Westgebiete einrücken, sieht man es eventuell noch gelassen, ebenso mit Ungarn in den historischen Gebieten.
        Was auf keinen Fall akzeptiert wird, sind Soldaten aus Nationen, die dort historisch nichts zu suchen haben, Franzosen, Deutsche, Briten….

  7. „Sollen unter dem Deckmantel des Manövers NATO-Truppen in die Ukraine entsandt werden?“

    In die Ukraine wird man dann wohl eher als eine Truppe eines EU-Landes dort einmarschieren. Die NATO wird da offiziell draußen bleiben.
    Selbstverständlich ist man für die besorgte Öffentlichkeit dann nicht zum Kämpfen sondern erst einmal lediglich als Ersatz für ukrainische Soldaten im Hinterland eingesetzt.

    Die Tabus werde scheibchenweise gebrochen. Aber wenn einmal offizielle Truppen entsandt sind, dann ist der Teufel aus der Schachtel gelassen. Dann gibt es auch kein Halten mehr bis fast die gesamte EU dort mit Truppen vertreten ist.

  8. Ich fürchte das der Westen in der Ukraine längst Militär stationiert hat, wird man nicht unbedingt offen zugeben!
    Es wird garantiert jeder Hinweis auf Äußerte bestritten, egal wo er herkommt.

    https://www.fr.de/politik/biden-geld-ukraine-usa-truppen-militaer-krieg-stationiert-92450167.html

    Ob schon vorher Soldaten der Légion étrangère (Fremdenlegion) die sonst in Afrika aufmarschieren in der Ukraine waren kann man nur vermuten. Natürlich würde M. Macron sofort sagen wir sind ein friedliches Volk, wir tun so etwas nicht! Ich schätze allerdings inzwischen werden in der Ukraine so Manche ihre Koffer packen. Eine Gefangennahme möchte man doch vermeiden, vor allem nicht in voller Kampfmontur.

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